ThurKultur: 23 Gemeinden, 2 Kantone, 1 Verein

david zimmermann

ThurKultur: 23 Gemeinden, 2 Kantone, 1 Verein

Für Kulturschaffende, Kulturveranstalter und die Bevölkerung in der Region Hinterthurgau, Wil-Fürstenland und Untertoggenburg war der 10. November 2011 ein bedeutender Tag: Dann nämlich wurde der Verein ThurKultur gegründet. Er ist der erste grenzüberschreitende Kulturverein der Kantone Thurgau und St. Gallen.

Unabhängig vom Verein ‚Regio Wil‘ (früher Interkantonale Regionalplanungsgruppe IRPG), aber angelehnt an dessen Gebiet, wird der Bereich Kultur und Kulturförderung in der kantonsübergreifenden Region vom Verein ‚ThurKultur‘ getragen. Die Interessen und Aufgaben des ehemaligen Pioniervereins ‚Kultur Südthurgau‘ werden unter einem neuen Namen und grösserem Einzugsgebiet im Verein ‚ThurKultur‘ weitergeführt.

ThurKultur versteht sich nicht nur als finanzieller Förderer, sondern auch als Netzwerk, über das Kulturschaffende und -veranstalter mit den Gemeinden sowie Wirtschaftsvertretern in Kontakt treten und sich austauschen können. In den Kantonen St. Gallen und Thurgau bestehen bereits je vier Kulturvereine. ThurKultur ist der erste, der sich über zwei Kantone erstreckt.

Zweck und Organisation
Die Statuten beschreiben den Zweck des Vereins als eine partnerschaftliche Kulturförderung der politischen Gemeinden der Regio Wil und der Kulturämter der Kantone St. Gallen und Thurgau im Verbund mit Kulturschaffenden und Kulturveranstaltenden sowie Dritten. Alimentiert wird der Verein von 23 Mitgliedgemeinden mit einem Franken pro Einwohner/in, einem Zuschuss in gleicher Höhe aus den Mitteln der Lotteriefonds der Kantone Thurgau und St. Gallen, den Jahresbeiträgen der übrigen Mitglieder sowie freiwilligen Zuwendungen von Kulturinteressierten. 14 dieser 23 Mitgliedsgemeinden sind Thurgauer Gemeinden. Das Vereinsgebiet reicht von Aadorf (TG) ganz im Westen bis nach Niederbüren(SG) ganz im Osten der Region. Die Mitgliedschaft steht Politischen Gemeinden, Kulturschaffenden und -veranstaltenden sowie Kulturfördernden und -institutionen offen.

Fünf Gemeindevertreterinnen und -vertreter (2 Thurgauer/3 St. Galler) und vier Kulturschaffende (2 Thurgauer/2 St. Galler) bilden den Vorstand von ThurKultur. In monatlichen Gesuchsgruppen-Sitzungen werden die eingehenden Anträge bis maximal 9‘999 Franken geprüft und beurteilt. Gesuche mit höheren Beitragssummen liegen in der Zuständigkeit des jeweiligen Kulturamtes. Der Vorstand trifft sich zu 5 Sitzungen im Jahr.

Kantonsübergreifende Ausstrahlung
‚ThurKultur‘ ist eine sinnvolle Lösung mit viel Potenzial, das zeigen bereits bestehende, vergleichbare Organisationen in anderen Region des Kantons St. Gallen wie zum Beispiel ‚Südkultur‘ im St. Galler Oberland, ‚Kultur Toggenburg‘, die Rheintaler Kulturstiftung oder im Kanton Thurgau der Verein Kultursee in der Region Kreuzlingen oder der Kulturpool der Regio Frauenfeld. Der Wirkungskreis für Kulturschaffende in der Region wird vergrössert, zumal Kultur keine politischen Grenzen kennt. Der Zusammenschluss im kulturellen Bereich ist zudem ein Beitrag, sich mit der Region zu identifizieren und diese als Einheit zu leben und zu erleben.

Gut verankert
Der Verein ThurKultur ist mittlerweile gut in der Region verankert. Seine Arbeit wird sowohl von den Kulturschaffenden als auch von den Mitgliedsgemeinden sehr geschätzt. Seit der Gründung des Vereins Ende 2011 konnten einige Steine ins Rollen gebracht werden. Dazu zählen:

- Erarbeitung von Kulturleitsätzen
- Evaluation durch die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW)
- Professionalisierung der Geschäftsstelle
- Mitgliederversammlung als Event lanciert
- Kulturbühne alle 3 Jahre als regionalen Anlass etabliert
- KulturStammtisch jährlich im November zu einem aktuellen Thema

Kultur sichtbar machen
Im Mittelpunkt der Bestrebungen stehen die Sichtbarmachung der Kulturangebote in der Region und die vertiefte Vernetzung der Kultur mit den politischen Gremien. In einem Kreativ-Workshop mit den St. Galler Aktionskünstlern Patrik und Frank Riklin hat sich der Vorstand auf die Suche gemacht, wie sich die Kultur in der Region für alle nachhaltig sichtbar machen lässt. Zugleich wird die Vernetzung mit den Kulturverantwortlichen in den Gemeinderäten und den Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten auf eine institutionelle Ebene geführt, um die Verankerung der Kultur weiter zu festigen.