Regierung warnt vor Kürzung der Kulturförderung aus dem Lotteriefonds
Die St. Galler Regierung kritisiert eine Motion im Kantonsrat, die den Kulturanteil am Lotteriefonds von rund 80 % auf höchstens 40 % reduzieren will. Für viele Kulturinstitutionen und Kulturschaffende könnte dies gravierende Folgen haben.
Im Dezember 2025 haben mehrere Parteien im St.Galler Kantonsrat eine Motion eingereicht, die den Lotteriefonds neu verteilen will. Bisher gingen rund 80 % dieser Mittel an Kultur, Brauchtum, soziale Projekte und Entwicklungszusammenarbeit. Neu sollen höchstens noch 40 % für Kultur vorgesehen sein, während Sport sowie Projekte in Bildung, Innovation und Wirtschaft mehr Geld erhalten sollen. Für viele Kulturinstitutionen und Kulturschaffende im Kanton hätte das grosse Folgen – selbst bereits zugesagte Beiträge könnten gekürzt oder gestrichen werden.
Regierung spricht sich für flexible Mittelverteilung und klare Regeln aus
Die Regierung St. Gallen betont, dass eine Überprüfung der Mittel sinnvoll ist und diese transparenter und zukunftsgerichteter eingesetzt werden sollen. Starre Prozentsätze lehnt sie jedoch ab. Eine Kürzung auf nur 40 % für Kultur hält sie für problematisch, da der Lotteriefonds eine wichtige und gesetzlich verankerte Finanzierungsquelle für zahlreiche Kulturangebote darstellt.
Zudem möchte die Regierung die Zuständigkeiten und Regeln für die Verteilung der Gelder klarer definieren – auch im Bereich Sport – und empfiehlt, die Motion in angepasster Form anzunehmen.
Hinweise für Kulturschaffende und Institutionen
Gemäss Verfassung dürfen die Lotteriegewinne von Swisslos nur für gemeinnützige Zwecke verwendet werden – dies wurde 2012 in einer Volksabstimmung bestätigt. Organisationen wie Avenir Suisse weisen zudem darauf hin, dass die Mittel ihrem vorgesehenen Zweck entsprechend eingesetzt werden sollten.
Kulturschaffende und Institutionen können sich bei ihren bekannten Kantonsrätinnen und Kantonsräten melden und die Folgen der geplanten Kürzungen aufzeigen. Nützliche Hilfestellungen und Tipps für den Kontakt mit den Kantonsratsmitgliedern finden Sie hier.



